Als Vincennes in „Flammen“ aufging

Genau eine Woche vor dem Prix d’Amérique trafen am Sonntag plangemäß die besten Satteltraber in dem mit 700.000 Euro dotierten Prix de Cornulier aufeinander. In einem spannenden Finish zündete die 7-jährige Ready-Cash-Tochter Flamme du Goutier unter Antoine Wiels den Turbo und gewann am Ende leicht vor Granvillaise Bleue und Etoile de Bruyère.

Schon im Vorfeld galt Flamme du Goutier aus dem Besitz der Ecurie Saint Martin zum engen Favoritenkreis, vor allem, da viele der Konkurrenten in der Vorbereitung Probleme hatten. Einziges Fragezeichen: der Rennverlauf. Der Schützling von Thierry Duvaldestin (der ja bereits „Flamme“-Vater Ready Cash als Trainer zu zwei Prix-d’Amérique-Siegen geführt hatte) ist etwas vom Rennverlauf abhängig, sollte unterwegs aus dem Geschehen gehalten werden, um dann im Finish zuzuschlagen.

Im vergangenen Jahr entschied sich Wiels für eine frühere Attacke auf Bahia Quesnot und schien schon sicher zuhause zu sein. Gegen Ende wurden die Beine aber schwer, und die eisenharte Stute von Junior Guelpa drehte unter Mathieu Abrivard den Spieß zu ihren Gunsten noch einmal um. Antoine Wiels war dieser frühe Angriff eine Lehre, gewann er doch auf seiner „Flamme“ die nachfolgenden Gruppe-I-Rennen im Jahr 2021. Für den zweiten „Cornulier“-Auftritt packte der durchaus erfahrene Jockey (33) einen Traumritt aus den Reitstiefeln. Wiels hielt Flamme du Goutier im Hintertreffen und beobachtete, wie Freeman de Houelle vorne ein hohes Tempo anschlug. Einen Kilometer vor Schluss orientierte sich das Duo in die Außenspur, folgte zunächst dem Rücken von Hirondelle du Rib. Als der Zug in dritter Spur nicht wirklich weiterging, wechselte Wiels ein wenig nach innen und kam ohne großen Aufwand ans Peloton heran. Im Einlauf setzte sich zunächst Camille Levesque mit Granvillaise Bleue an die Spitze, stand kurz vor dem ersten Cornulier-Triumph einer „Jockette“. Aus diesem wurde aber nichts, denn kurzerhand brannte Flamme du Goutier ein Feuerwerk ab und sprintete in feinen 1:11,9/ 2700 zum wichtigsten Sieg im Monté-Kalender. „Flamme“ ist damit auch frischgebackene Millionärin.

Flamme du Goutier (Antoine Wiels)

Dass Flamme du Goutier für Wiels „das“ erklärte Lieblingspferd ist, sah man nicht nur anhand seiner Freudentränen beim ersten Interview, alleine die Statistik beweist es: 6x geritten, 4x gewonnen, 2x am Ehrenplatz gelandet. „Dieses Jahr den ‚Cornulier‘ gewinnen oder wahrscheinlich nie mehr“, hatte er davor im Interview der Tageszeitung „Le Parisien“ gesagt, „weil ich mir vorgenommen habe, nur bis 35 Jahre zu reiten. Zu hart ist es für mich, das Gewicht von maximal 65 Kilo zu halten.“ Auf ihren ganz großen „Cornulier“-Tag hingegen weiter warten muss „Jung-Mama“ Camille Levesque (ebenfalls 33).

Aber auf Granvillaise Bleue behielt sie immerhin den starken Ehrenplatz knapp vor Etoile de Bruyère, die abermals auf höchstem Niveau zu gefallen wusste. Dazu komplettierten die „entthronte“, jedoch im Speed noch einmal brillante Bahia Quesnot und Gladys des Plaines den totalen Triumph der Stuten. Der zweifache „Cornulier“-Sieger Bilibili (2019 in Rekordzeit 1:11,2 + 2020) fightete bis zu Beginn der langen Einlaufgeraden mit um die vordersten Plätze, endete schließlich beim wohl letzten Start seiner Karriere als ehrenvoller Sechster (und bester Hengst). Dem 11-Jährigen fiel nach der langen Verletzungspause, die ihn u. a. am Antreten 2021 gehindert hatte, aber keineswegs ein Zacken aus der Krone, und er verabschiedete sich würdig von der Pariser Bühne.

Nächster Halt der Satteltraber-Elite ist planmäßig der Prix de l’Ile-de-France (200.000 €), den im vergangenen Jahr eben Flamme du Goutier holte und wohl versuchen wird, den Titel zu verteidigen. Aber am Montag nach dem „Cornulier“ stand sogar auch noch ein Versuch im „Amérique“ im Raum.

Daniel Stadler/ Gerhard Reichebner

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