Chapeau, Nicolas & Davidson!

Was für ein Herzschlagfinale im wichtigsten Trabrennen der Welt, dem 101. Prix d’Amérique um 1 Million Euro! Nicolas Bazire und Davidson du Pont schrieben am vergangenen Sonntag jedenfalls Geschichte.

Denn vor 18 Jahren bei der Siegerehrung von Késaco Phedo als Dreijähriger noch in den Armen des Papas (Foto), krönte sich Nicolas Bazire mit nunmehr bloß 21 Jahren zum jüngsten PdA-Champion der Geschichte. Nach seinem Fauxpas vor zwei Wochen im „Belgique“, als er „Davidson“ mit einem – sagen wir – unrhythmischen Finish aus dem Gang brachte, behielt der Sohn des Maître aus Le Mans die Nerven und servierte seinem Schützling ein Traumrennen.

Die Ausgangslage

Bereits unter der Woche vor diesem Sonntag, 30. Jänner 2022, hielt die Traberwelt regelrecht den Atem an. Der haushohe Vorausfavorit, Face Time Bourbon, musste aufgrund einer schwerwiegenden Verletzung passen. Sogar das Karriereende scheint besiegelt zu sein, es wird in absehbarer Zeit keinen weiteren Gewinner geben, der es 3x in Serie schafft, geschweige denn ein erstes Pferd mit vier Treffern in Folge. Die Streichung des Guarato-Schützlings mischte die Karten im „Amérique“ natürlich komplett neu durch. Plötzlich gab es rund eine Handvoll potenzielle Sieger, von denen am Totalisator Etonnant und Davidson du Pont herausstachen.

Der Rennverlauf

Die „gemeinten“ Pferde erwischten gleich einen optimalen Start und lagen im Vorderfeld. Davidson du Pont wurde von Nicolas Bazire offensiv in die „Senke“ gesteuert und verschaffte sich in der Folge hinter einem Duo eine gute Lage: Wie erwartet lieferten sich da unterdessen Etonnant und Galius ein Duell an der Spitze, gehen beide doch am liebsten vorne weg. Galius griff bei Erreichen des Schlussbogens erneut mutig an, zerdrückte den führenden, letztlich sehr enttäuschenden Westerink-Schützling (endete als Achter) förmlich und versuchte sich der Gegnerschaft zu entledigen. Dies gelang auch, und alles sah nach einem sicheren Sieg des Außenseiters von Yoann Lebourgeois aus. Aus dem Verfolgerpulk konnte nur ein Pferd dem Antritt von Galius folgen: Davidson du Pont. Resolut aufgefordert, machte der Champion aus dem Stall der „Ecurie Albert Rayon“ (wie der Stallname weiterhin nach Nicolas‘ längst verstorbenen Uropa offiziell heißt) vorerst aber nur zögerlich Boden gut und lag Mitte des langen Einlaufs daher noch relativ deutlich zurück. Erst auf den letzten 100 Metern schienen Nicolas & Davidson, der sich „flach wie ein Brett“ machte, an den Sieg zu glauben, packten ein unfassbares Finish aus und sicherten sich in 1:11,3/ 2700 (= viertschnellste Marke bisher) „on the line“ mit dem Hauch einer Nasenlänge ihren ersten Treffer im Megarennen. Es wird vermutlich nicht der letzte des 21-Jährigen bleiben…

Das weitere Resümee

Bazire Junior ist – wie schon einleitend erwähnt – damit der jüngste Siegfahrer (und -trainer) in der Historie des Prix d’Amérique. Das Zielfoto dokumentierte zudem die wohl knappste Entscheidung aller Zeiten. Den „Amérique der Jugend“ komplettierte als Dritter der auch erst 21jährige Théo Duvaldestin, der mit „Cornulier“-Gewinnerin Flamme du Goutier über Rang drei ebenso wie ein Sieger jubelte. Als bester Ausländer erreichte dahinter Vivid Wise As (Mathieu Abrivard) einen überraschenden vierten Platz vor dem jüngsten Pferd im Feld, Hohneck (Francois Lagadeuc), während sich Rebella Matters (Christophe Martens) im Kampf um die Platzgelder vergaloppierte.

Die Jubelbilder nach dem Rennen zeigten einmal mehr die Bedeutung dieses Rennens: Zahlreiche Fahrer, Trainer und Besitzer kamen auf Nicolas Bazire zu und gratulierten herzlich. Ebenfalls mit Tränen in den Augen, sah man Vater Jean-Michel – selbst mit „Belgique“-Sieger Feydeau Seven nie besser in der Chance – und seinen Sohn Hand in Hand Richtung Siegerehrung fahren. Mit dabei und beim Finish zuvor von den Kameras eindrucksvoll eingefangen, natürlich auch Nicolas‘ Großvater mütterlicherseits, der als Besitzer geltende Jean-Yves Rayon, der nicht minder gerührte Schwiegervater somit von „Jean-Mi“. Gänsehaut pur!

   

Auch für Davidson du Pont war es das Sahnehäubchen einer tollen Karriere. Zuletzt 2x Zweiter hinter Face Time Bourbon im Prix d’Amérique, schlug nun endlich auch hier die Stunde des Pacha-du-Pont-Sohnes, der mit diesem Triumph die 2-Millionen-Marke (exakt: 2,270.710 €) überschritt. Nach dem Prix de France 2020 (knapp vor „FTB“), dem Prix de l’Etoile, dem Critérium des 5 Ans und dem Prix de Séléction (alle 2018) immerhin sein fünfter Gruppe-I-Triumph. Auch hier bleibt nur zu sagen: Chapeau!

Daniel Stadler/ Gerhard Reichebner

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